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Saltenweg, 6, 39050 Jenesien - Bozen

Sagenweg

Entlang des Sagenweges sind zwölf Sagen aus der Umgebung von Jenesien dargestellt. Gestaltet wurden die Sagen von den insgesamt 132 Schülerinnen und Schülern der Grundschule Jenesien. 

Wegbeschreibung: Vom Parkplatz der Sportzone Jenesien zum Gasthof Edelweiß und dann auf dem Europäischen Fernwanderweg E5 Richtung Langfenn am Salten. 

Auf dem Rückweg zuerst dem Weg E5 folgen, dann rechts auf den Rundweg Langfenn 12A und über das Tammerlemoos auf Weg Nr. 6, dann Weg Nr. 7A zum Gschnoferstall folgen. Über Weg Nr. 12 geht es durch die Lärchenwiesen bis Winterle, dann Weg Nr. 7 über den Salten und zurück zum Fernwanderweg E5 bis zum Gasthof Edelweiß und zur Sportzone. Die ausgedehnte Familienwanderung über Europas größte Lärchenwiese kann auch vom Parkplatz Schermoos unterhalb von Langfenn aus gestartet werden. 

 

Sagen des Saltens

Das Sauschloss

Schon seit langem wurde Schloss Greifenstein hartnäckig von Friedrich mit der leeren Tasche belagert. Der Herzog war sich seines Sieges schon sicher, da im Schloss die Vorräte dem Ende zugingen. Der schlaue Hauptmann des Schlosses jedoch befahl seinen Soldaten, ein Fest zu feiern und ihr letztes Schwein über die Festung ins Lager des Herzogs zu werfen. Als das Friedrich mit der leeren Tasche sah, fiel er auf die List herein und glaubte, die Burgbewohner seien unbesorgt und besäßen noch Nahrung in Hülle und Fülle. Voller Wut befahl er schließlich seinen Truppen den Abzug. Aus diesem Grund wird Schloss Greifenstein auch „Sauschloss“ genannt.

 

Die verliebte Fee vom Maier in Glaning

In Glaning bei Bozen verliebte sich eine Fee in den jungen Maierbauern und wurde auch seine Frau. Die beiden liebten einander zärtlich und waren sehr glücklich miteinander. Und die Fee war stolz darauf, ganz einfach Maierbäuerin genannt zu werden. Sie hatte Segen in den Hof gebracht, die Ernte fiel reichlich aus, das Vieh gedieh. Sie gebar dem Bauern auch Kinder und war ihnen eine liebevolle Mutter. Der Bauer drängte jedoch darauf, den Namen seiner Frau zu erfahren. Sie versuchte, ihn davon abzulenken und sagte ihm, wenn er es erfahren wolle, müsse sie ihn für immer verlassen. Der Bauer lachte über diesen Aberglauben, wie es ihm schien. Endlich gab die Fee dem Drängen ihres Mannes nach und nannte ihren Namen. Dabei weinte sie und zur gleichen Stunde musste sie für immer in ihr Feenreich zurückkehren. Nur an Sonn- und Feiertagen kam die Fee auf den Maierhof zurück; sie wusch und kämmte und liebkoste ihre Kinder, war aber für niemand anderen sichtbar, auch nicht für ihren Ehemann, der jedes Mal anwesend war und sie noch immer zärtlich liebte. 

 

Der Drache von Schloss Rafenstein

Ein Sarner Bote, der einstmals, als der Weg von Bozen ins Sarntal noch über den Berg führte, beim Rafensteiner Schloss rastete, erblickte eine wunderschöne Frau, die ihn freundlich grüßte und zu ihm sprach: „Du kannst dein und mein Glück machen, wenn du morgen um Mitternacht wiederkommst. Ich werde in Gestalt eines Drachens erscheinen. Wenn du dich dann nicht fürchtest und mich dreimal umarmst, so bin ich erlöst und das Schloss samt allen seinen Schätzen ist dein.“ Dem Sarner ging die Erscheinung nicht mehr aus dem Sinn. Er klopfte im Bozner Franziskaner-Kloster an und suchte bei einem frommen Pater Rat. Der Ordensmann trug ihm auf, sich zur besagten Stunde in Rafenstein einzufinden, um das Burgfräulein zu erlösen. Zum Schutze gegen böse Geister gab der Pater dem Burschen ein geweihtes Kreuzlein mit. Richtig stieg der Sarner am nächsten Tage zum Schloss hinauf und erwartete betend die Mitternachtsstunde. Kaum hatte die Uhr des Stadtturmes zwölf geschlagen, erscholl in der Burg ein schreckliches Getöse, ein furchtbarer Drache sprang feuersprühend daher. Wohl packte den Sarner die Angst, er ermannte sich aber, nahm das Kreuzlein in die Hand und umarmte das Untier zweimal. Vor der dritten Liebkosung graute dem armen Kerl aber derart, dass er sich abwandte und einen lauten Schrei ausstieß. Im gleichen Augenblick war der Drache verschwunden, aus den Ruinen ertönte klagendes Jammern und ein klingendes Geräusch, als ob unzählige Gold- und Silbermünzen in die Tiefe kollerten. Der Sarner, der sein Glück verscherzt und die Frau nicht erlöst hatte, schlich sich tief bekümmert heim und ward seines Lebens nie mehr froh.

  

Der Stangenputzer

Spätabends noch kam beim Bauern L. in Flaas ein Fremder an und bat um ein Nachtlager. Er war ein kräftiger Bursche mit scharf markiertem Gesicht, stattlicher Kleidung und verschmitztem Dreinschauen. Auf dem Rücken trug er einen großen, hellen Ranzen. Die Mägde hatten an diesem Tag große Wäsche gehabt. Wegen des lauen Wetters hatte man alles auf den Stangen und Seilen zum Trocknen über Nacht hängen lassen. An Diebe dachte in dieser einsamen Bergwelt sowieso niemand. Der Neuankömmling wurde nun beim gemütlichen Plausch in der großen Stube nach seinem Berufe gefragt. Da gab er zur Antwort, dass er das Stangenputzergewerbe betreibe; ein einträgliches, aber recht gefährliches Geschäft, wie er beteuerte. So richtig eine Vorstellung von dem eigenartigen Beruf konnte sich niemand machen. Erst am nächsten Tag in der Frühe, als der Fremde die Wäsche von den Stangen „geputzt“ hatte und damit verschwunden war, ging allen ein Licht auf, welchem Handwerk der fremde Bursche nachging.

 

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